Künstliche Intelligenz (KI) steht kurz davor, die Abläufe in der Cybersicherheit grundlegend zu verändern: Analyst*innen prognostizieren, dass KI-Agenten bis 2028 in den meisten Security Operations Centers (SOCs) weltweit 80 % aller Aufgaben übernehmen.
Dieser deutliche Wandel, den ein neuer Bericht der International Data Corporation (IDC) – einem globalen Anbieter von Marktforschung für den Tech-Sektor – beschreibt, zeigt, wie rasant KI sowohl in defensive als auch offensive Cyberstrategien Einzug hält.
Cyberbedrohungen nach Auswirkungen bewerten
Die Studie mit dem Titel 2026 FutureScape: Worldwide Security and Trust zeigt, dass die klassische Rolle menschlicher Analyst*innen, die Sicherheitswarnungen manuell durchforsten, zunehmend an Bedeutung verliert.
Die Fähigkeit der KI, Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und prädiktive Analysen zu vereinen, bietet im Vergleich zu herkömmlichen Methoden einen effektiveren Weg, Cyberbedrohungen zu erkennen, zu verhindern und darauf zu reagieren.
Dieser laufende Wandel gilt als entscheidend für Unternehmen, die mit immer ausgefeilteren, maschinengesteuerten Angriffen Schritt halten wollen.
IDC erwartet zudem einen Wechsel hin zu einer Bewertung von Sicherheitsrisiken nach ihren finanziellen Auswirkungen.
In der ersten Jahreshälfte 2028 sollen 30 % der Meldungen aus Detection- und Response-Systemen einen Live-Finanzwert des potenziellen Schadens enthalten, sodass Unternehmen ihre Reaktion anhand der wirtschaftlichen Folgen abwägen können.
KI als zweischneidiges Werkzeug
Gleichzeitig verschafft KI auch Angreifer*innen neue Möglichkeiten und wirkt damit als zweischneidiges Schwert in der Cyberabwehr.
IDC prognostiziert, dass bis 2027 satte 80 % aller Organisationen mit Phishing-Attacken konfrontiert sein werden, die auf maschinell generierte synthetische Identitäten setzen.
Diese künstlichen Personas sind besonders tückisch: Sie kombinieren echte, öffentlich verfügbare Informationen mit algorithmisch erzeugten Daten, um eine täuschend echte Legitimität zu erzeugen – weit überzeugender als klassische Phishing-Versuche.
Das rasante Tempo dieser Entwicklungen verkürzt das Zeitfenster, in dem Unternehmen ihre Abwehrmaßnahmen und Strategien an eine zunehmend KI-geprägte Cybersecurity-Landschaft anpassen können.
Darüber hinaus hebt die IDC-Analyse neue Trends hervor, darunter den Bedarf an länderspezifischer KI in kritischen Branchen, die Vorbereitung auf Quantencomputing sowie die Einführung einer AI Bill of Materials, in der Modelle, Datensätze und Drittkomponenten autonomer Systeme zur Förderung von Transparenz und Kontrolle aufgeführt werden.